Weinpoesie von Abu Nuwas

Schenk mir und schenk Joseph ein
den köstlichen Wein
der uns schaudern lässt.
Meide die Wirrnis in deinem Leben
und nimm nur den Frieden.
Schenk mir ein bis zum Rand
ich mag keine Becher, die halbvoll sind.
Die Flasche auf dem Tisch
und das Buch daneben.
Trink drei Gläser
und zitiere einen Vers.
Das Gute hat sich mit Bösem vermischt
und – Gott möge mir verzeihen –
Der wird gewinnen in dem das eine
das andere überwand: genug!

Abu Nuwas al Hasan b. Hani al Hakim – 757 bis 815 – Hofpoet zur Zeit des Kalifen Harum ar-Rascheid. Und ein dem Wein scheinbar nicht abgeneigter Poet, und wie durch das Sprüchlein überliefert wird, trank man auch schon vor über 1200 Jahren vorzügliche Tropfen – jedoch, die Frage sei erlaubt: köstlicher Wein, der schaudern lässt? Waren damals die Geschmackstrends wohl etwas anders als heutzutage.

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